A. M. Berger

Bescheidener Hausierer von Geschichten und Traktaten.

Eine Erzählung in Versen, von A. M. Berger.

War mal einst ein junger Knabe
Mit dem Namen Ludwig Rabe.
Er war sehr brav aufgezogen,
immer ehrlich, nie verlogen.
Gute Absicht hegt er immer,
Nur das Denken tat er nimmer.
Und wie er sich gut benehme,
Kamen dauernd nur Probleme.
So sagt wer ihn kannte frech:
“Rabe du, hast immer Pech.”


Ludwig war ein guter Schüler,
Schrieb Diktate ohne Fehler.
Konnte Rechnen ganz genau,
War mit Englisch auch sehr schlau.
Auch sein Abschluss war geboten
Mit besonders guten Noten.
Drum versprach das Lehrervolk
Eine Zukunft mit Erfolg.

Aber Ludwig hat gelesen
Dass die arrivierten Wesen
Folgen all‘ dem gleichen Nenner:
Meistens alte, weisse Männer.
Damen, Schwarze, and’re Leute,
Hätten wenig Chancen heute.
Also tat er seine Pflicht,
Nimmt die gute Stelle nicht.

Dass die Welt nun sei gerecht,
Nahm er Arbeit hart und echt
Fort ging er vom Büro-Chic
In die Aut’mobilfabrik.
Schuftet dort für wenig Geld,
Rettet dafür ja die Welt.
Rabes nobler Abschluss diene
Ihm nur für die Blechmaschine.

Einst dann auch ein Auftrag kam,
Von dem Job den er nicht nahm.
War ein alter Schulkollege
Der gegangen diese Wege.
Trotz der guten Absicht dann
War es doch ein weisser Mann.
Dieser mit dem Abschluss dumm
Kommandiert den Rabe rum.

Armer Ludwig, geht ihm dreckig
Schneidet brav die Bleche eckig.
Für den Auftrag welcher schlecht,
Biegt er jedes Teil zurecht.
Nichts davon hat viel gebracht,
So ein Wagen fährt nicht sacht.
Beide hatten falschen Stelle,
Industrie bekommt die Prelle.


Ludwig las gern Zeitung viel,
Und kriegt dabei Schuldgefühl.
Denn das Klima leidet sehr,
Weil das CO2 wird mehr.
Doch die Lösung steht da auch:
„Kraftwerk runter, Steuern rauf!“
Das ist richtig, Rabe denkt,
Wenn man Emissionen senkt.

Auf ins Wahllokal geht er,
Wählt die Grünen ganz leger.
Wie gewünscht nun Steuern kommen
Von den holden Klima-Frommen.
Wie das Klima so wird feiner
Weiss dann so genau auch keiner.
Wichtig ist nur man bezahl‘,
Auch wenn der Lohn nun bleibt ganz kahl.

Doch durch all die hohen Steuern
Muss Fabrik jetzt Leute feuern.
Rabe diesen Akt verzeih‘,
Man bezahlt das CO2.
Auch wenn g’strichen seine Schicht,
Ihm vergeht das Lächeln nicht.
„Alle müssen Opfer bringen,
Sich zu wenig Luxus zwingen.“

Rabe ist nun Arbeitslos,
Kommt auch nicht in die Büros.
Denn Erfahrung mit Maschinen
Kann da drinnen wenig dienen.
Fragt im Wirsthaus, wird blamiert,
Ist zu hoch qualifiziert.
So muss er mit jungen Jahren,
Den Sozialstaat nun erfahren.

Eine Wohnung winzigklein
Soll nun sein Zuhause sein.
Fleische essen ist zu teuer,
Dank der Fleisch-und-Klima-Steuer.
Auch sein Auto, war nicht neu,
Ist Verkauft für wenig Heu.
Deprimiert im kleinen Raum
Lebt er aus den „grünen Traum“.


Aber Ludwig bleibt doch Brav,
Folgt der Mode wie ein Schaf.
Und so hat er nun erfahren
Drohen Frauen oft Gefahren
Durch das ständige Diktat
von dem bös‘ Patriarchat.
Kann man so nicht stehen lassen,
Ludwig wird sich dran befassen.

So entschied er kurzerhand,
Mitzuhelfen, sehr charmant,
Feministen beim Protest
Wo man’s richtig knallen lässt
Gegen all die Frauenfeinde,
Jagt sie fort aus der Gemeinde.
Ludwig meint sich wohl versiert
Mit der Sache alliiert.

Doch der Marsch ist nicht so sachte
Auf Details man nicht so achte,
Und die Damen, s’ist famos,
Geh’n auf alle Männer los.
Ob er Freund sei oder Feind,
Keinem wichtig mehr erscheint.
Ludwig nun durch sein Geklügel,
Erntet sich eine Tracht Prügel.

Ludwig kommt, mit Auge Blau,
Heute in der Tagesschau.
Wird als Böser dargestellt:
„Warum sonst er Schläg‘ erhält?“
Alle Welt hat ihn gesehen,
Und so musste es geschehen,
Wurde jetzt sein Ruf zerstört,
Ist als Mensch nun nichts mehr wert.

Ludwig hegte Hoffnungsschimmer,
Dass er so nicht lebt für immer
In dem dunklen Wohnungsloch,
Aber schlimmer kommt es noch.
Denn die Arbeitgeber alle,
Kennen ihn von dem Krawalle.
Und ein böser Macho-Mann,
Kommt an keine Arbeit ran.


Ludwig meint sein Rabenpech
Sich letztendlich doch mal schwäch,
Als er Arbeit endlich Fand:
Küchenhilf‘ im Dönerstand.
Doch so ist die Ironie,
Kam sogleich die Pandemie.
Angst und Panik, Lockdown kracht,
Dönerstand wird zugemacht.

Ludwig trägt die Maske sacht,
Draussen, drinnen, Tag und Nacht.
Virus schaffts nicht durch die Dichtung,
Nur die Schimmelpilzvergiftung.
Ludwig sitzt in seinem Zimmer,
Hofft das bleibt nicht so für immer.
Wie der Mann im Fernsehen weiss:
Uns’re Rettung „Impfung“ heiß.

Aber Ludwig hat erfahren,
Solche Impfung birgt gefahren.
Denn sie ward entwickelt schnell,
Ohne Prüfungen formell.
Er will nicht der Dumme sein,
Der auf den Beschiss fällt rein.
And’re sollen erst probieren
Ludwig will sich noch genieren.

Aber die Regierung bald,
Will dem Warten setzen Halt.
Drum für was man gerne tat
Braucht man ein Zertifikat.
Ludwig gibt den Kampfe auf,
Geht zum Impfzentrum hinauf.
Nimmt die Spritze eins und zwei,
Bald ist Pandemie vorbei.

Doch Politik macht impfen Freud,
Und viel Stoff steht auch bereit.
Kommen Spritzen drei und vier,
All‘ Paar Monat wieder hier.
Ludwig folgte dem Befehl
Zum mRNA Cocktail.
Ihm bliebs Virus wohl bewahrt,
Nur Thrombose, Herzinfarkt.


Ludwig ist ein traurig Bild,
Wie Regierung es gewillt.
Er tut nur was ihm befohlen,
Plappert nach alle Parolen.
Glaubt sich besser als der Rest,
„Wer nicht folgt ist eine Pest.“
Jeder muss gehorsam sein,
Dass bald Ordnung komme rein.

Wie den Ludwig gibt es viele,
Treiben die Regierungsziele.
Sie im Kopfe alle schlafen,
Während’s Volk wird prompt zu Sklaven.
Jede Freiheit aufgehoben,
Trotzdem die Regierung loben.
Die Kontrolle ist komplett
Aller Leut von A bis Zett.

Eine solche neue Welt,
Ludwig Rabe sehr gefällt.
Er muss nämlich nicht mehr denken
oder das Gehirn verrenken.
Gibt jetzt nur noch eine Meinung,
Keine Diskussionserscheinung.
Und wie Ludwig Rabe heut‘,
Gibt es wahrlich viele Leut‘.

Einst jedoch ein Tag erscheint
Wo dann die Regierung meint
Dass der Ludwig wird zur Last,
Nicht mehr ins Konzepte passt.
Weil er wird zu krank und alt,
Lohnt auch nicht mehr sein Erhalt.
Abgeführt mit lautem flehen,
Und er ward nie mehr gesehen.

So sieht Rabes Ende aus,
Manchem kommt dabei der Graus
Der sich auch will brav benehmen,
Nicht gehören zum Extremen.
Doch gelernt hab’n diese Leut
Nichts aus der Vergangenheit.
Darum sei kein Rabe du,
Denke kritisch immerzu.

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Herr Berger

A. M. Berger, der bescheidene Hausierer von Geschichten und Traktaten, ist in der Schweiz ansässiger Philosoph und Autor von Romanen und Kurzgeschichten.
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