
Es war ein Dienstagmorgen wie jeder andere, die Bauern führten die Kühe auf die Weide, die Oligarchen aus Dreckslochländern führten ihr Geld in die Schweizer Banken, die Grenzwache führte die illegalen Einwanderer zurück nach Gummihalsien (einst bekannt als Deutschland). In einem abgelegen Tal der Alpen trat Ueli der Wächter seine Schicht im Manulertempel an. Er war mit der erhabenen Aufgabe angetraut, die geweihten Hallen dieses Tempels, wo der heilige Manuler hauste, zu bewachen. Er erwartete wie sonst immer auch einen ruhigen Tag ohne nennenswerter Ereignisse. Nichts hätte diesen gewissenhaften Wächter auf den Anblick vorbereiten können, der ihn in der Kammer des Manulers erwartete. Als er es vor sich sah, erstarrte er vor Schreck, die Pfeife viel auf den Boden und der Aufprall schallte durch den ganzen Tempel.
Weit von diesem Ort entfernt, im Munot von Schaffhausen, richtete sich der Wanst ein nahrhaftes Frühstück von Spiegeleiern auf Fleischkäse zurecht.
„Heute“, sagte er zum Schaffhauser Bock mit der goldenen Mannheit, der mit ihm im Munot wohnte, „schaffe ich es endlich mal, zeitlich mein Frühstück zu mir zu nehmen.“ Er setzte sich an den Tisch und band sich den Latz um, um seinen gelben Anzug mit dem Konterfei des Schaffhauser Bocks, welcher ihm bei Gross und Klein in der Schweiz als grossen Helden erkennbar machte, nicht zu verschmieren. Doch gerade als er den ersten Bissen nehmen wollte, unterbrach ihn ein lautes blöken vom Schaffhauser Bock. Er drehte sich zu diesem, und sah im Fenster einen roten Milan, welcher in seinem Schnabel einen Briefumschlag für den Wanst hielt.
„Ein Briefmilan“, murmelte der Wanst, „das kann nichts gutes bedeuten.“
Er nahm den Umschlag an sich und öffnete ihn. Als er den Brief las, fiel ihm das Herz in die Hose, und er rannte sofort zum Basel-o-phon, denn er wusste, dieses Problem könnte nur mit Hilfe des Baslers gelöst werden. Nur wenige Augenblicke später fand sich der Wanst im Baslermobil wieder. Massenmörder, Invasionen oder Touristen, das waren Bedrohungen, mit denen die Bevölkerung selber klar kommen musste. Aber dies war etwas viel wichtigeres.
„Der heilige Manuler wurde also entführt“, sagte der Basler, „welches seelenlose Monstrum würde nur eine solche Untat begehen?“
„Der Wächter hatte keinen Anhaltspunkt, aber vielleicht ein Gummihals?“, sagte der Wanst, im wissen des niederen Charakters ihrer nördlichen Nachbarn.
„Ich denke, dies ist sogar für einen Gummihals zu erbärmlich, obwohl wir ja wissen, dass sich diese Bestien für kaum etwas zu schade sind. Nein, Wanst, das hier klingt nach einem wohl durchdachten Verbrechen, ich denke es steckt mehr dahinter, als nur den heiligen Manuler zu entführen.“
Als der Basler und der Wanst den Manulertempel erreichten, waren die Manulermönche bereits ausser sich. Sie weinten zum Himmel und beteten für eine Rückkehr des heiligen Manulers. Als Ueli der Wächter das Baslermobil ankommen sah, lief er sofort zu den beiden hin.
„Basler und der Wanst, dem Manuler sei Dank seid ihr gekommen“, sagte Ueli, „es ist schrecklich. Sie haben unser oberstes Heiligtum entweiht, den Manuler! Ihr müsst uns helfen. Morgen ist Manuler Mittwoch, und ohne den heiligen Manuler wird die ganze Welt in Unheil und Dunkelheit gestürzt werden.“
„Ich weiss, Ueli, deshalb sind wir auch sofort gekommen. Das ist eine ernste Angelegenheit. Hast du einen Anhaltspunkt?“
„Nein“, sagte Ueli und führte sie in den Manulertempel, „ich habe heute meine Schicht angetreten, und als ich in die Kammer des Manulers blickte–“
Ueli wurde von einem lauten Klatschen unterbrochen. Der Wanst war mit seinem mächtigen Bierbauch auf den harten Steinboden gefallen.
„Wanst, was soll das?“, fragte der Basler.
„Verzeihung“, sagte der Wanst und erhob sich unter lautem Grunzen, „aber der Boden ist ganz nass. Eine regelrechte Pfütze hier.“
Ueli betrachtete worauf der Wanst deutete, eine Pfütze, aber scheinbar schleimig und mit einem verdorbenen Geruch. „Da muss wohl jemand etwas verschüttet haben. Wie auch immer, hier ist die Kammer des Manulers. Dort auf den rosaroten Seidenkissen ruht normalerweise der Heilige Manuler. Es ist… so schrecklich, die Kammer ohne den Manuler zu sehen.“ Eine Träne lief Uelis Wange hinunter. So sehr er sich bemühte, schaffte er es nicht, die Fassung zu bewahren.
„Ist schon gut, Ueli“, sagte der Basler, „das geht uns allen sehr nahe. Aber wir müssen herausfinden, wer den Manuler entführt haben könnte, und wieso.“ Er fasste sich nachdenklich ans Kinn, wurde aber vom knurrenden Magen des Wanstes unterbrochen.
„Es tut mir Leid, aber denken macht mich hungrig, und ich habe nicht gefrühstückt. Wir sollten etwas zu essen holen“, sagte der Wanst.
„Das ist vielleicht keine so schlechte Idee. Ein Cervelat zusammen mit einem Rivella wird unseren helvetischen Intellekt stärken, damit wir dieses sinnlose Verbrechen besser greifen können.“
Sie begaben sich zu einer nahegelegenen Alpenwirtschaft, wo der Wanst sich sieben Cervelats bringen liess. Wie er sie schmatzend verschlang, kam dem Basler plötzlich ein Geistesblitz.
„Wanst“, sagte er und schnippte mit dem Finger, „diese Pfütze wo du ausgerutscht bist. Dieser beissende Gestank, ich wusste nicht woran er mich erinnert, aber nun ist es mir in den Sinn gekommen.“
„Industriemüll?“, fragte der Wanst.
„Nein, etwas was noch viel schlimmer stinkt: Der Sabber von Spasto Kotz. Nur eine solch vollkommen verdorbene Person könnte etwas so widerwärtiges von sich geben.“
„Spasto Kotz!“, sagte der Wanst wütend und fuchtelte mit einer Faust, „natürlich, nur er könnte so abgrundtief boshaft und skrupellos sein, um den heiligen Manuler zu entführen.“
„Los, zum Baslermobil. Wir müssen sofort zum Todesturm vom Leutschenbach!“
Als sie den Todesturm erreichten, sahen sie zwei Grünsoldaten, welche den Eingang bewachten.
„Wie sollen wir da reinkommen?“, fragte der Wanst.
„Lass mich nur machen“, antwortete der Basler.
Lässig lief er zum Eingang des Todesturms, hinter ihm der Wanst, bis ihm die Grünsoldaten den Weg versperrten.
„Halt!“, sagte einer der Soldaten, „sie sind nicht befugt hier einzutreten.“
„Mit Verlaub, aber ich identifiziere mich als schwarze, homosexuelle Trans-Frau, und möchte mein Gejammer im Fernsehen verbreiten. Wenn sie mich aufhalten dann wäre das rassistisch, sexistisch und sogar transfeindlich.“
Er nahm einen weiteren Schritt, woraufhin die Grünsoldaten auf ihn zu gingen, doch sie hielten sogleich inne und begannen, sich vor Schmerz zu verkrümmen. Der Basler und der Wanst konnten nun ohne Weiteres den Todesturm betreten.
„Was ist soeben geschehen?“, fragte der Wanst als sie drinnen waren.
„Mein lieber Wanst“, sagte der Basler, „die Grünsoldaten haben einen Bluteid geschworen, welcher ihnen endlose Schmerzen bereitet, wenn sie sich irgendwie intolerant verhalten. Einer schwarzen, homosexuellen Trans-Frau den Weg zu versperren, wenn sie im Fernsehen rumjammern möchte, nun, ich will mir nicht vorstellen welches Leid über diese armen Teufel gekommen ist. Aber nun still, wir sind hier in der Höhle des Löwen.“
Vorsichtig schlichen sie an den seltsamen Gestalten vorbei, die in diesem Todesturm ihr Unwesen trieben. Am Empfang sass eine Person in einer ledernen Hundemaske, welche allerdings dadurch abgelenkt war, dass sie sich in ihren eigenen Exkrementen suhlte. In einem kleinen Esszimmer waren mehrere Sojaknaben in eine lautstarke Diskussion verwickelt, ob Sojamilch veganer als Hafermilch ist. Danach kamen sie an einem Raum vorbei, wo ein Dutzend Leute vor einem Plakat der SVP sassen und weinten.
„Welch ein seltsamer Ort“, sagte der Wanst.
Nach einer Weile erreichten sie endlich das Studio 666, welches für Spasto Kotz vorgesehen war. Leise schlichen sie sich hinein, und versteckten sich hinter einer Kulisse. Der Wanst zog plötzlich am Umhang des Baslers, und deutete auf die andere Seite des Studios. Sie sahen einen Käfig, in welchem sich der heilige Manuler befand.
„Also doch“, sagte der Basler.
Kurz darauf erschien Spasto Kotz mit einigen seiner Schergen, buckelige, missgebildete Leute, die ihm auf Schritt und Tritt folgten. „Habt ihr schon alles Vorbereitet für die Sendung morgen?“, fragte er und wischte sich den Sabber weg, „es ist unerlässlich dass wir diese Sendung am Manuler Mittwoch machen, nur so kann diese schwarze Magie wirken.“
„Ja, Meister, alles ist bereit“, sagte einer der Schergen.
„Wir werden heute Abend die Werbung für die Manuler-Fernsehsendung ausstrahlen. Die Leute werden meinen, dass wir nur dem Manuler Mittwoch im Fernsehen würdigen.
„Sehr gut“, sagte Spasto Kotz, „wenn wir dann morgen in dieser Sendung unsere linksrüne Propaganda verbreiten, und dabei den Manuler zeigen, werden alle Menschen in der Schweiz dieser Propaganda verfallen. Sie werden zu degenerierten linksgrünen Müllmenschen wie ihr werden, meine Lieben.“
Die buckeligen Schergen lachten gackernd.
Der Wanst schaute den Basler entsetzt an. „Hast du das gehört?“, fragte der Wanst.“
„So ein abgrundtief widerwärtiger und monströser Einfall konnte nur von einer Journutte kommen“, sagte der Basler.
„Lass uns den Manuler retten“, sagte der Wanst.
„Warte“, sprach der Basler, „wenn wir so auf ihn losgehen, schaffen wir es nicht mit dem Manuler nach draussen. Wir brauchen eine List. Und ich glaube, ich weiss, wie wir es machen können. Komm mit, wir brauchen blauen Stoff aus der Requisite.“
Während Spasto Kotz weiterhin seine diabolische Sendung vorbereitete, erschien plötzlich der Basler zwischen den Kulissen.
„Na Spasto Kotz, bereiten wir wieder mal gute Unterhaltung vor?“, fragte der Basler spöttisch.
„Der Basler!“, rief Spasto Kotz und wischte sich den Sabber weg, „du machst es mir ja diesmal sehr einfach. Auf ihn, los.“
Die buckeligen Müllmenschen liefen sogleich auf den Basler los, der diese aber ohne grosse Mühe aus dem Weg räumte. Ihre vegane Ernährung hatte sie zu Schwächlingen gemacht, die einem von Fleisch und Käse genährtem Helvetier nichts anhaben konnten.
„Verdammt“, sagte Spasto Kotz, „aber diesmal wird es nicht so einfach sein.“ Er nahm den Käfig mit dem Manuler in die Hände, und hielt ihn vor sich.
„Du hast keinen freien Willen mehr. Du wirst mir gehorchen“, sagte Spasto Kotz. Worte, die normalerweise keinerlei Wirkung auf den Basler gehabt hätten, drangen durch die Macht des Manulers zu ihm durch.
In dem Moment erschien der Wanst, welcher sich einige Stücke von blauem Stoff übergezogen hatte. Zusammen mit seinem gelben Anzug ergab dies die Farben der Ukraine.
„Ich bin ein armseliger Ukrainischer Flüchtling“, jammerte der Wanst lautstark, „und die Regierung will mich zwingen, meinen Tesla zu verkaufen. Wer, oh wer wird nur ein Interview mit mir machen?“
Als Spasto diese Worte hörte konnte er sich nur schwer zurückhalten, sofort ein Interview mit dem Wanst zu machen. Er versuchte sich zu zwingen, weiterhin auf den Basler einzureden, aber der Drang war stark.
„Muss… Interview machen… mit… Ukrainer…“, platzte es aus ihm heraus. Schliesslich liess er den Manuler fallen, und rannte sofort zum Wanst. Dieser aber riss sich sogleich den Blauen Stoff vom Leibe, und brachte das Wappen des Schaffhauser Bocks zum Vorschein. Der Anblick eines Schaffhausers liess Spasto Kotz sofort zusammenzucken.
„Ah, ein Schaffhauser im Staatsfernsehen, niemals! Arrrgh!“, rief er aus. Er fiel rückwärts hin, und kroch vom Wanst weg, bis er es schaffte aufzustehen, und in die Regie zu flüchten.
Der Basler befreite den heiligen Manuler aus seinem Käfig.
„Komm, Wanst, lass uns so schnell wie möglich hier verschwinden, bis man weitere Müllmenschen auf uns hetzt.“
Die Manulermönche konnten ihre Dankbarkeit kaum in Worte fassen, als der heilige Manuler wieder auf seinen Seidenkissen lag.
„Vielen Dank, Basler und Wanst“, sagte Ueli der Wächter, „ihr habt den Manuler Mittwoch gerettet. Wie können wir euch das jemals danken?“
„Schon gut, Ueli“, sagte der Basler, „zu wissen, dass der Manuler Mittwoch wie gehabt stattfinden wird, ist Dank genug.“





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